Zehn Tage, eine riesige Zeltstadt, mehr als 5.200 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus ganz Deutschland und dem Ausland – und mittendrin: wir, der Stamm Polaris aus Bruchköbel. Vom 30. Juli bis 8. August 2026 waren wir beim VCP-Bundeslager bei Almke nahe Wolfsburg dabei, dem größten Zeltlager unseres Verbands seit Jahren. Unter dem Motto „ungeschrieben – Geschichte wird, was du draus machst!“ sind wir mit unseren Gruppenleitungen Sandra, Markus, Maike und Annika und neun Kindern und Jugendlichen – vier Wölflingen und fünf Pfadfinder*innen – mit dem Auto nach Almke gefahren, um Teil des hessischen Teillagers „Es war einmal…“ zu werden. Es war unser erstes Bundeslager – und was für eines.









Mittendrin im Märchenwald
Unser Teillager verwandelte sich für zehn Tage in einen lebendigen Märchenwald rund um die Geschichten der Brüder Grimm. Unser liebster Ort dort: das Café am Froschkönig – bei den Kids vor allem wegen des Softeises, bei den Großen wegen des guten Kaffees. Auch musikalisch haben wir uns getraut: Gemeinsam mit unseren Freund*innen aus Eschersheim sind wir spontan beim Vorentscheid des Singewettstreits angetreten – als „die circa 17 Zwerge mit Rotkäppchen“ haben wir auf der Teillagerbühne „Riptide“ von Vance Joy performt.
Einen Tag der Extraklasse haben wir außerdem bei einem Ausflug in die nahe gelegene Autostadt Wolfsburg erlebt: Wir sind Carrerabahn gefahren, durften ins Formel-1-Auto steigen und haben uns mit dem Mini-E-Speedboot übers Wasser getraut – ein richtiges Highlight abseits vom Lageralltag.
Die Nacht, in der unsere Superjurte zum Zufluchtsort wurde
Unsere größte Bewährungsprobe haben wir aber nicht auf der Bühne bestanden, sondern im Unwetter. Schon am Ankunftstag rissen Sturmböen das Gemeinschafts- und das Küchenzelt unserer Kochgruppe Main-Kinzig nieder. Als am 5. August ein weiteres schweres Unwetter mit Gewitter und Starkregen übers Lagergelände zog, wurde das ganze Camp vorsorglich evakuiert – wir gehörten zu den ersten Gruppen, die im sicheren Messezelt Unterschlupf fanden. Unsere neue, große Superjurte hat den Sturm dagegen unbeschadet überstanden und wurde in der Nacht selbst zum Zufluchtsort: Wir haben zahlreiche Pfadis anderer Stämme bei uns aufgenommen, sodass alle einen trockenen Schlafplatz hatten. Einziges Opfer der Nacht war Annikas Gitarre, die klatschnass wurde – ob sie das Abenteuer ohne Risse überstanden hat, wird sich noch zeigen.
Neue Freundschaften
Verbunden hat uns das Lager auch abseits der dramatischen Momente. In unserer gemeinsamen Kochgruppe mit Stämmen aus der Region Main-Kinzig – Bad Homburg, Ginnheim, Eschersheim, Gelnhausen und Wächtersbach – sind neue Freundschaften entstanden, ebenso im Austausch mit unserer ukrainischen Gastgruppe, mit der wir uns nach zehn gemeinsamen Tagen richtig angefreundet hatten.
Emotional wurde es bei unserem Lagerlied, das wir gegen Ende nur noch liebevoll „Lagerschlager“ genannt haben. Weil in der dritten Strophe das Wort „Märchen“ vorkommt – unser Teillagername, der einzige, der im Text auftaucht –, haben wir diese Zeile von Tag eins an besonders laut mitgeschmettert. Das war jedes Mal ein Riesenspaß, und man fühlte sich noch mehr mit allen verbunden.
Für unsere Jüngsten war ein anderer Ort das Herzstück des Lagers: die Kinderoase „Krake & Krawall“. „Das war einfach das Beste überhaupt! Wer hat schon ein Bällebad im Zelt?“, schwärmen Lani, Malu, Jasper, Fabio, Noah, Leonard und Feli. Und als besonderen Erfolg verbuchen sie, dass sie Sandra überredet haben, mit ins Bällebad zu springen.
Was wir selbst mitgebracht haben
Auch als Programmanbieter haben wir uns einen Namen gemacht: Annika hat eine Druckwerkstatt geleitet, in der man Siebdruck, Linolschnitt und sogar Drucken mit Legosteinen ausprobieren konnte. Der Workshop war jedes Mal restlos ausgebucht, etliche kamen mehrfach wieder.
Ein bleibendes Andenken haben wir uns gleich selbst mit nach Hause gebracht: In der lagereigenen Nähwerkstatt hat Malu eine eigene Wimpelkette für uns genäht, die seither unsere neue Jurte gemeinsam mit Lichterketten schmückt – ein kleines, buntes Stück Bula, das uns immer an dieses unvergessliche Lager erinnern wird.
Und jetzt?
Nach zehn ereignisreichen Tagen zwischen Märchenwald, Sturmnacht und Siebdruckfarbe ist für uns klar: Almke 2026 bleibt unvergessen. Ungeschrieben war am Ende höchstens noch, wie unsere Geschichte weitergeht.
Und diese Geschichte ist noch jung: Uns, den Stamm Polaris, gibt es erst seit zwei Jahren – entstanden im Rahmen des Stammesgründungsprojekts „Volle Pfad voraus“ des VCP Hessen in Kooperation mit der Diakonie Hessen. Seitdem wachsen wir kontinuierlich weiter – und suchen genau deshalb weitere Mitarbeitende, die Lust haben, Pfadfinderleben in Bruchköbel mit uns zu gestalten. Wenn du Lust hast, uns kennenzulernen: Meld dich einfach bei uns!




Pingback: Unsere neue Superjurte ist da – und wir könnten nicht glücklicher sein! – VCP Stamm Polaris